Fachtagung am 11. Juni 2026 im NRW-Forum Düsseldorf

Journalismus zwischen Objektivität, Aktivismus und Auszeichnung

(Düsseldorf/Marl) Wie viel Haltung verträgt Journalismus? Wo endet unabhängige Berichterstattung – und wo beginnt Aktivismus? Welche Rolle spielen Medienpreise bei der Setzung publizistischer Normen? Und wie gelingt gesellschaftlicher Dialog, wenn öffentliche Debatten zunehmend unter Druck geraten?

Diesen und weiteren hochaktuellen Fragen widmet sich die Fachtagung „Journalismus zwischen Objektivität, Aktivismus und Auszeichnung“, zu der das Grimme-Institut am 11. Juni 2026 ins NRW-Forum Düsseldorf einlädt. Die Veranstaltung beginnt um 11:00 Uhr und endet um 17:00 Uhr; anschließend besteht bis ca. 18:00 Uhr die Gelegenheit zum Get-together. Moderiert wird die Tagung von Torsten Zarges.

In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, digitaler Empörungsdynamiken und einer zunehmenden Sichtbarkeit journalistischer Akteurinnen und Akteure in sozialen Medien geraten klassische Leitbilder wie Neutralität, Objektivität und professionelle Distanz zunehmend unter Druck. Gleichzeitig gewinnen journalistische Formate an Bedeutung, die bewusst Haltung zeigen, Wirkung entfalten oder gesellschaftlichen Impact betonen – häufig begleitet von großer öffentlicher Aufmerksamkeit und renommierten Auszeichnungen.

Vor diesem Hintergrund schafft das Grimme-Institut mit dem „Diskursraum: Journalismus zwischen Objektivität, Aktivismus und Auszeichnung“ einen Ort für offenen und differenzierten Austausch – jenseits vereinfachender Schlagworte wie „Haltungsjournalismus“ oder „Gesinnungsjournalismus“. Ziel ist es, journalistische Verantwortung unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen neu zu denken und Qualitätsdebatten zeitgemäß weiterzuentwickeln.

„Öffentlicher Diskurs ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Auftrags. Mit dieser Fachtagung möchten wir einen Raum schaffen, in dem kontroverse Fragen des Journalismus offen, differenziert und konstruktiv verhandelt werden können – bis hinein in den Qualitätsdiskurs. Wir knüpfen damit an Debatten an, die wir bereits im Umfeld des Grimme-Preises angestoßen haben, und führen sie nun bewusst weiter“, so Grimme-Direktorin Çiğdem Uzunoğlu.

Eingeladen sind hochkarätige Gäste aus Medienpraxis und Wissenschaft: Prof. Dr. Michael Steinbrecher (Institut für Journalistik Dortmund) und Jörg Schönenborn (Journalist & Moderator „Tagesthemen“, „Presseclub“, ARD-Wahlsendungen, WDR) beleuchten in Keynotes die normativen Grundlagen journalistischer Unabhängigkeit sowie das Spannungsfeld zwischen Objektivität und persönlicher Haltung.

In Gesprächsrunden und Panels stehen außerdem die Grenzen zwischen Journalismus und Aktivismus, die Bedeutung von Medienpreisen für publizistische Normen sowie die Frage nach gelingenden Debatten in polarisierten Zeiten im Mittelpunkt.

Zugesagt haben weiterhin Schiwa Schlei (WDR, Programmchefin 1LIVE & COSMO sowie Juryvorsitzende CIVIS Medienpreis), Friedrich Küppersbusch (TV-Produzent), Dr. Christoph Bieber (Forschungsprofessor am Center for Advanced Internet Studies – CAIS), Ellen Heinrichs (Journalistin, Mediatorin, Gründerin und Geschäftsführerin des Bonn Institute, das sich für die Förderung und Vermittlung konstruktiven Journalismus einsetzt) und Alisa Schellenberg (Redakteurin Politik, DIE ZEIT).

Die Fachtagung richtet sich an Journalistinnen und Journalisten, Medienschaffende, Wissenschaft, Preisgremien, Nachwuchskräfte sowie alle Interessierten, die sich mit der Zukunft journalistischer Verantwortung und öffentlicher Debattenkultur auseinandersetzen möchten.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um verbindliche Anmeldung wird gebeten.