Kinder als Nebendarsteller in den vermarkteten Leben ihrer Eltern: Eine neue Studie des Hans-Bredow-Instituts hat ergeben, dass Darstellungen von Babys und Kleinkindern im Influencer-Bereich weit verbreitet sind. Rund ein Drittel der Eltern, die als Familien-Influencer auftreten, zeigen ihre Kinder Millionen Followern ohne sie unkenntlich zu machen, teilweise auch in sehr intimen Situationen.
Das Risiko: Durch die Kombination aus Bildern und persönlichen Informationen entsteht für die Kinder ein dauerhafter digitaler Fußabdruck, der auch Missbrauch Tür und Tor öffnet. Zugleich bewegen sich viele Inhalte in einem Spannungsfeld zwischen privatem Familienleben und kommerzieller Verwertung – oft ohne klare rechtliche Leitplanken.
Was kann und sollte aus diesen Ergebnissen folgen? Darüber spricht Alexander Matzkeit mit Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt, die die Studie gemeinsam mit vier anderen Landesmedienanstalten in Auftrag gegeben hat. Welche Rolle könnten etwa das Jugendarbeitsschutzgesetz oder der Jugendmedienschutz spielen? Und wie wirksam sind Selbstverpflichtungen von Influencer:innen, Agenturen und Werbewirtschaft?
Außerdem in der Medienkritik: das Social-Video-Format „Know Your Bro“ vom BR, das sich mit Fragen von moderner, juger Männlichkeit beschäftigt und für mehr Empathie wirbt. Gute Idee, aber reicht das, um im endlosen Scrollen wirklich hängen zu bleiben?
